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NIS2 Executive Training

NIS2-Schulung für die Geschäftsleitung: Was § 38 BSIG verlangt

Die Schulungspflicht zielt auf ausreichende Kenntnisse zur Risikoerkennung, -bewertung und Beurteilung der Auswirkungen auf die erbrachten Dienste.

NIS2-Schulung der Geschäftsleitung ist gesetzliche Pflicht

Executive Summary

§ 38 Abs. 3 BSIG verpflichtet Geschäftsleitungen besonders wichtiger und wichtiger Einrichtungen zur regelmäßigen Teilnahme an Schulungen. Ziel sind ausreichende Kenntnisse und Fähigkeiten, um Risiken und Risikomanagementpraktiken der IT-Sicherheit zu erkennen und zu bewerten sowie ihre Auswirkungen auf die von der Einrichtung erbrachten Dienste beurteilen zu können.

Das Ziel ist Entscheidungsfähigkeit – nicht technische Tiefe

Die Geschäftsleitung muss keine operative Security-Rolle übernehmen. Sie muss jedoch Risiken, Maßnahmen, Restrisiken und Auswirkungen auf Geschäftsservices so verstehen, dass sie Umsetzung überwachen und belastbare Entscheidungen treffen kann.

Welche Inhalte gehören in eine Executive-Schulung?

ThemaExecutive Outcome
NIS2-Rechtsrahmeneigene Pflichten und Aufsicht verstehen
Cyberrisikotechnische Ereignisse in Geschäftsfolgen übersetzen
RisikomanagementmaßnahmenAngemessenheit und Wirksamkeit hinterfragen
Incident & Meldungunter Zeitdruck entscheiden und eskalieren
ResilienzRTO/RPO, Recovery und kritische Abhängigkeiten beurteilen
Supply ChainDrittparteirisiken und Konzentrationen verstehen
ReportingKPIs, KRIs, Gaps und Restrisiken bewerten

„Regelmäßig“ als Governance-Prozess verstehen

Das Gesetz nennt in § 38 Abs. 3 keinen festen Jahresrhythmus. Die Organisation sollte deshalb einen nachvollziehbaren Schulungszyklus definieren und zusätzlich anlassbezogene Aktualisierungen vorsehen, etwa bei wesentlichen Rechtsänderungen, neuen Risikoszenarien oder erheblichen Vorfällen.

Wie die Schulung nachweisbar wird

Geeignete Nachweise sind Schulungskonzept, Zielgruppe, Agenda, Datum, Teilnahme, verwendete Unterlagen und gegebenenfalls Lernerfolg oder dokumentierte Managementdiskussionen. Entscheidend ist, dass der Nachweis zur tatsächlichen Pflicht und zum Schulungsziel passt.

Besonders wirksam: Entscheidungssimulation

Eine kurze Tabletop-Sequenz kann Wissen in Judgment übersetzen: Ransomware trifft Produktion, Backup-Status ist unklar, ein Lieferant ist beteiligt und die 24-Stunden-Frist läuft. Die Geschäftsleitung muss priorisieren, Informationen anfordern, Restrisiken beurteilen und Entscheidungen dokumentieren.

Typische Fehler

  • allgemeines Awareness-Training wird als Executive-Schulung behandelt.
  • die Schulung erklärt Technik, aber nicht Managemententscheidungen.
  • Teilnahme wird nicht dokumentiert.
  • Schulung ist einmalig statt Teil der Governance.
  • aktuelle eigene Risiken und Services kommen nicht vor.

Passende NIS2 Resources

Die Fachseite ordnet das Thema ein. Für die strukturierte Standortbestimmung und die organisatorische Umsetzung stehen die NIS2 Toolkits bereit.

NIS2 Self-Assessment Toolkit

Executive Capabilities bewerten, Gaps erkennen und Handlungsbedarf priorisieren.

NIS2 Governance Toolkit

Governance-Dokumente, Prozesse, Rollen, Register, Nachweise und Implementierungshilfen für die Umsetzung.

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Quellen und Rechtsstand

Inhaltlicher Stand: 9. August 2026. Maßgeblich bleiben der jeweils geltende Gesetzes- und Behördenstand sowie die konkrete Situation der Einrichtung.

Hinweis: Fachliche Orientierung; keine Rechtsberatung.